Zukunftsfähig, lebenswert, modern: Heimat!

Wie es nun weitergeht - Zukunftsfähig, lebenswert, modern: Heimat!

Heimat mit Zukunft

Zukunftsfähig, lebenswert, modern: Heimat! Mit diesen Schlagworten ist der Masterplan für die Nationalparkregion tituliert, und das ist meine Vision für unseren Landkreis: Unser Landkreis soll lebenswerte Heimat bleiben, in der sich Jung und Alt wohl fühlen, ihre Perspektiven sehen und ihr Leben gestalten können. In vielen kleinen Schritten haben wir in den Jahren meiner Amtszeit konsequent dieses Ziel verfolgt. Unter dem gegebenen Rahmen kein einfacher, aber ein sehr lohnenswerter Weg: Unseren Landkreis und den Hunsrück stärken.

Ohne Netzwerk geht es nicht

In zahlreichen Gremien vernetzt, um die Interessen unseres Landkreises positionieren und einbringen zu können. Insbesondere freut es mich in den geschäftsführenden Vorstand des Landkreistages sowie als stellvertretender Vorsitzender in den Wirtschafts-, Verkehrs- und Landwirtschaftsausschusses des Landkreistages berufen worden zu sein. Das ist gestaltende Mitarbeit auf landespolitischer Spitzenebene von der unser Landkreis partizipieren kann.

Zahlreiche Positionen wurden in enger Zusammenarbeit mit den politischen Gremien definiert und Projekte angeschoben. Um es in die Fläche umzusetzen, geht es nur in Zusammenarbeit mit den Verbandsgemeinden und den Ortsgemeinden. Das Ziel ist klar: den Landkreis als Teil der Nationalparkregion weiter als attraktive Arbeits-, Lebens- und Wohnregion im ländlichen Raum und erkennbar als lukrative Tourismusdestination vor allem für den Kurzurlaub auszubauen.

Demografische Perspektiven

Masterplan: Vision und Ideen

Unser Landkreis konnte sich erfreulicherweise in seinem Westen aus dem demografischen Würgegriff befreien: Die beiden westlichen Verbandsgemeinden verzeichnen inzwischen wieder Bevölkerungswachstum. Ich bin überzeugt davon, dass wir in den kommenden Jahren ein ähnliches Phänomen durch die Inbetriebnahme der Hunsrückautobahn A 50 erleben werden und dass der Hunsrück in 20 Jahren ein prosperierender Wirtschaftsraum sein wird. Darauf müssen wir uns heute schon vorausschauend vorbereiten. Die Startblöcke sind also gesetzt: Ein bereits wachsender Westen und ein Nordosten mit vielversprechenden Perspektiven. Aus diesem Grund ist mir eine intensive Kontaktpflege zu den Nachbarlandkreisen sehr wichtig. Mit dem Masterplan für die Nationalparkregion haben wir bereits ein gemeinsames Bekenntnis zur Nationalparkregion und eine Landesgrenzen überschreitende Grundlage geschaffen. Der von vier Landräten stellvertretend unterschriebene Masterplan ist ein Grundlagendokument für die Entwicklung des Hunsrücks. Um diese Idee mit Leben zu erfüllen, haben sich die Kommunen in der Nationalparkregion im Regionalentwicklungsverein zusammengeschlossen. Derzeit habe ich in diesem Verein den Vorsitz.

Die Inwertsetzung der Nationalparkregion baut auf fünf Bausteinen auf: der Bildungslandschaft, der Lebensqualität im ländlichen Raum, Kultur und regionaler Identität, touristischer Attraktivität und natürlichen Ressourcen.

Nationalpark: Individuell

Unser Landkreis ist attraktive Heimat. In vielen Gesprächen mit Bürgern unseres Landkreises habe ich diese Auffassung immer wieder bestätigt bekommen. Die Einrichtung des Nationalparks war mir sehr wichtig. Gerade junge Menschen verbinden unter dem Blickwinkel Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit sehr viel Positives mit ihm. Somit haben wir ein Pfund in der Hand, um weit über die Grenzen unseren Landkreis als vorausschauend und zukunftsfähig bewerben zu können. Hierzu gehören auch moderne Inhalte wie moderner, nachhaltiger Hausbau. Ein Hausbaustil der wegen seiner natürlichen Baustoffe markant für unsere Heimat steht: rötliches Holz, Schiefer, Taunusquarzit, Licht und Smart. Ein Imageprojekt. Im Herbst soll eine pfiffige Ausstellung landesweit Signale setzen. Das Haus: Entschleunigung – Natur- Ruhe. Eine Werbebotschaft, die sich gezielt an die Ballungsräume richtet. Den Hunsrück als Wohnstandort und für den Besucher unverwechselbar erlebbar machen.

Tourismus: Herrstein statt Rothenburg ob der Tauber

Luftaufnahme: Herrstein (Dr. Matthias Schneider)
Luftaufnahme: Herrstein (Dr. Matthias Schneider)

Herrstein statt Rothenburg ob der Tauber. Alternative Reiseziele, genauso attraktiv wie altgewohnte Urlaubsdestinationen. Unentdeckt und unverbraucht. So kommt die renommierte Wochenzeitung „Die Zeit“ unlängst von Herrrstein ins Schwärmen. Inlandsurlaub ist unter den Deutschen wieder im Trend. Idar-Oberstein wegen seiner Fachbranche ist unsere Visitenkarte in Mitteleuropa. Der Nationalpark ist als schwergewichtiges Schmuckstück für unsere Region dazugekommen. Deswegen wird es in den nächsten Monaten darauf ankommen, dass sich unser Landkreis an seinen touristischen Stärken und denen des Hunsrücks orientiert und diese im Marketing unverwechselbar ausbaut. Hiervon kann auch die Gastronomie profitieren, aber sie wird unsere aktive Unterstützung brauchen. Klotzen, nicht kleckern, wird die Devise sein. Damit ist auch die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarlandkreisen gefordert.

Europaweit hat das Projekt Bike-Park Idarkopf bereits die touristische Aufmerksamkeit auf unseren Landkreis gelenkt. Die Chancen sind gut, im Herbst mit dem Marketingevent Audi Nines in unserem Landkreis auch weltweit für die hochmoderne Sportart Mountain-Biking Interesse für die im Aufbau befindliche Bike-Region um den Nationalpark herum zu wecken.

Unser Landkreis bietet dem Wanderer ein engmaschiges Netz an vielfältigen und spannenden Wanderwegen in einer pittoresken Landschaft. Neben dem Saar-Hunsrück-Steig sind es 111 Traumschleifen über die sich unsere herrliche Landschaft erschließt. In wenigen Monaten soll darüber hinaus der Nahe-Steig die einzigartige Schlucht der Nahe zwischen Hoppstädten-Weierbach und Idar-Oberstein mit atemberaubenden Streckenabschnitten erschließen. Sieben Bahnhöfe entlang der Wegstrecke lassen eine sehr individuelle Streckenwahl zu.

Starke Gemeinden

Luftaufnahme: Sonnenberg-Winnenberg (Dr. Matthias Schneider)

Unser Landkreis wird sich nur in ganz engem Schulterschluss mit Idar-Oberstein nach vorne entwickeln können. Ein gutes Verhältnis zur größten politischen Gemeinde unseres Landkreises liegt mir deswegen besonders am Herzen. Wenn die größte Kommune in unserem Landkreis prosperiert, wird sich dies auch auf den Landkreis auswirken. Aber auch die beiden anderen Mittelzentren Birkenfeld und Baumholder befinden sich auf gutem Weg. Birkenfeld schaut auf wachsende Bevölkerungszahlen. Die Nachfrage nach Wohnbauflächen überholt das Angebot. Baumholder wird nach den Planungen der amerikanischen Streitkräfte wieder eine starke Garnison erhalten. Bereits heute reagiert das Stadtbild darauf. Von gleichwertigen Lebensverhältnissen im ganzen Bundesgebiet ist die Rede: gemeint ist damit die Chancengleichheit. In der EU existiert für den ländlichen Raum ein Füllhorn von Förderinstrumenten. Sie passgerecht zu identifizieren und strategisch ausgerichtet auf den Weg zu bringen, wird eine der wesentlichen Aufgaben der kommenden Jahre sein. Hierfür bedarf es einer zentralen Koordination bei der Kreisverwaltung.

Die finanzielle Situation vieler unserer Gemeinden ist nicht einfach, vor allem wegen der hohen Umlagequoten an Verbandsgemeinden und Landkreis. Oft bleibt den Gemeinden in der Kasse nur noch das Nötigste, um den Alltag meistern zu können. Eine weitere Anhebung dieser Umlage für den Landkreis wird meine Zustimmung nicht mehr finden.

Starke Gemeinden benötigen ein lebendiges gesellschaftliches Innenleben. Vieles davon ist nur aufgrund des vorhandenen ehrenamtlichen Engagements verantwortungsbewusster Bürger machbar. Um das zu fördern, habe ich in den Jahren meiner Amtszeit Vereine und Projekte ganz gezielt mit den Spendenmitteln unserer Kreissparkasse unterstützt. Das hat sich vielerorts bewährt. Auch zukünftig wird das meine Handlungsmaxime bleiben.

Eine gesunde Wirtschaft ist lebenswichtig

Luftaufnahme: Gewerbegebiet Idar-Oberstein (Dr. Matthias Schneider)

Die Wirtschaftskraft unseres Landkreises kann sich in unserer ländlich geprägten Region zwar nicht mit der großer Ballungsräume vergleichen, in den zurück liegenden Jahren haben wir dennoch von der belebten allgemeinen Wirtschaftslage deutlich partizipieren können. In einzelnen Jahren lagen wir sogar in der Steigerung des Bruttoinlandsproduktes über dem Landesdurchschnitt und vor unseren Nachbarlandkreisen. Die Arbeitslosenquote ist in diesem Sommer unter 6 % gesunken und die Nachfrage nach Fachkräften kann vom Angebot auf dem Arbeitsmarkt kaum gedeckt werden. Idar-Oberstein weist derzeit neue Gewerbegebiete aus, die Zufahrt zum wichtigen Gewerbegebiet „Auf Kreuz“ wurde leistungsfähig ertüchtigt und auch Birkenfeld baut mit einem neuen Gewerbegebiet auf weitere Betriebsansiedlungen. Idar-Oberstein ist weltweit bekannt und geschätzt für seine Schmuck- und Edelsteinindustrie. Große Namen wie Gilloy, Krieger, Mayer, Wild und viele andere stehen hierfür. Vielfach hat sich aus ihnen eine ebenso hochgeschätzte Metallbearbeitungsindustrie entwickelt. Mit dem benachbarten Saarland stehen wir derzeit wegen eines weiteren Gewerbegebietes direkt an der Landesgrenze in regen Gesprächen. Alleine die Bestandspflege der vorhandenen Unternehmen wird volkswirtschaftlich nicht den nötigen Ausgleich für den Bedarf in den öffentlichen Haushalten herbeiführen können. Neuansiedlungen zur Verbesserung des Gewerbesteueraufkommens sind unausweichlich. Am Oak Garden in Neubrücke haben sich inzwischen über 260 chinesische Firmen angesiedelt, vor allem sind es Händler. Fast 10 % des Gewerbesteueraufkommens in der Verbandsgemeinde Birkenfeld stützen sich auf ihre Tätigkeiten.

Leistungsfähige Infrastruktur

Luftaufnahme: Ausbau B41 (Dr. Matthias Schneider)

Wenn der weitere Ausbau der B 41 und der Neubau der „Hunsrückspange“ (L 190) leistungsfähige Konturen erhalten, werden sich auch für Idar-Oberstein weitere Spielräume eröffnen und auf den Landkreis ausstrahlen. Mit seiner Resolution zur Hunsrückspange hat der Stadtrat deutliche Zeichen für die Stadt und die Regionalentwicklung gesetzt. Erst in diesen Tagen hat mir der Verkehrsminister deutlich auch sein Interesse für die Verankerung des Neubaus der Hunsrückspange in der anstehenden Diskussion zum Landeshaushalt bestätigt. Das ist ein ganz wichtiges Signal. Damit wird der Korridor für die heimische Wirtschaft an die Häfen am Ärmelkanal geöffnet und der regionale Zusammenschluss zwischen dem Hunsrück und Kaiserslautern gebahnt. Der Landkreis investiert jährlich hohe Beträge in den Erhalt seiner Kreisstraßen. Nachweislich haben wir einen der höchsten Qualitätsstandards unter den Landkreisen.

Rasche Anbindungswege an die Ballungsräume sind wichtig. Wie erfolgreich ein gemeinsames Ziehen an einem Strang sein kann, zeigt das Paradebeispiel B 41, dessen parteiübergreifende Platzierung an prominenter Stelle in der Bundesverkehrswegepolitik gelungen ist. Damit wird sich die rasche Erreichbarkeit der Metropolregion Rhein-Main erhöhen, aber ebenso die Attraktivität unseres Landkreises als Wohnort. Die Metropolregionen kommen immer stärker an den Rand ihrer sozialen und ökologischen Leistungsfähigkeit. Insbesondere junge Menschen sehen sich angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und einem wenig kalkulierbaren Umfeld mit ihrem Wunsch zur Familiengründung dort großen Fragezeichen gegenüber. Das ist die Chance für die ländlichen Räume. Günstige Wohn- und Lebenshaltungskosten sowie greifbare soziale Angebote sind hier unschlagbare Vorteile.

Daten brauchen schnelle Netze

Für die weitere Entwicklung unseres Landkreises wird es nicht nur darauf ankommen, die nötige Infrastruktur in Form von leistungsfähigem Straßennetz bereit zu stellen. Ohne leistungsfähiges Internet geht es heute überhaupt nicht mehr. Das betrifft Jung und Alt genauso wie Hauseigentümer und Unternehmen. Gerade Firmen, Schulen und öffentlichen Einrichtungen sind zum Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit darauf angewiesen, große Datenmengen in kürzester Zeit übermitteln zu können. Der Ausbau mit leistungsfähigem Internet ist in den zurück liegenden Jahren gut vorangekommen und wird in den kommenden drei Jahren eine fast hundertprozentige Abdeckung unseres Landkreises erreichen. Hierbei werden bedeutende Teile unseres Landkreises durch Glaserfaserkabel bis ins Haus bereits die Leistungsfähigkeit des hochmodernen Gigabyte-Netzes erhalten. Das ist ein enormer Wohn- und Wettbewerbsvorteil für unsere Gemeinden und stärkt sie.

Bildung ist das Brot

Luftaufnahme: Umweltcampus Hoppstädten-Weiersbach (Dr. Matthias Schneider)

Unser Landkreis bietet eine vergleichsweise sehr dichte und breit aufgestellte Bildungslandschaft, vom Kindergarten bis hin zur Hochschule

oder die Kreisvolkshochschule für die Erwachsenenbildung. Direkt vor Ort verfügen wir also über ein vielfältiges Angebot. Selbst der Abschluss eines internationalen Abiturs ist in Birkenfeld jetzt möglich geworden.

Von großer Bedeutung ist bereits die Bildung über unsere Heimat in der Grundschule. Eine langfristige Identifikation mit unserem Landkreis ist für junge Menschen nur möglich, wenn sie seine Inhalte und seine Vorteile kennen. Nur dann können sie später in der Ferne auch die Vergleiche ziehen und davon berichten. Aus diesem Grund baut der Regionalentwicklungsverein das Bildungsnetzwerk auf.

In den vergangenen Jahren ist das Bildungsangebot für soziale Berufe ausgebaut worden. Mit der baldigen Einführung der höheren Berufsfachschule „Sozialassistenz“ in Idar-Oberstein stützen wir vor Ort unsere sozialen Angebote und das Gesundheitswesen. Mit der daran anschließenden Ausbildungsmöglichkeit für den Beruf Erzieher haben wir alsbald eine solide Basis für den Ausbau unserer Kindergartenlandschaft.

Schule: Was dann?

Für unseren Landkreis als Wirtschaftsstandort ist es wichtig, der Jugend auskömmliche Arbeitsplätze in unserem Landkreis anzubieten. Das geht von Seiten des Landkreises nicht alleine. Eine gemeinsame Plattform mit den ansässigen Unternehmen haben wir in der internetbasierten Plattform „VitaminBIR“ (https://www.vitamin-bir.de/ ) oder in den jährlichen Kontaktmessen wie „Schule trifft Wirtschaft“ bereitgestellt; beides ebenfalls ein Ergebnis unseres Bundesmodellprojektes LandZukunft. Diese Plattformen wollen wir mit regionalem Einzug weiter ausbauen. Starke Verbreitung hat auch unsere Jobzzone gefunden: ein schülergerechtes Nachschlagewerk für Ausbildungsangebote in den Unternehmen unseres Landkreises. Der Markt der Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten wird für Jugendliche dadurch transparenter. Aber damit sind die Initiativen unseres Landkreises noch lange nicht abgerundet: Mit Hochdruck arbeitet unsere Wirtschaftsförderung zusammen mit interessierten Unternehmen an einer Haltestrategie für Jugendliche und junge Familien. Auch der Aufbau einer Willkommensstrategie ist in Vorbereitung. Create-your-future nennen die jungen Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung eine beliebte Filmreihe zur Vorstellung von Arbeitsplätzen in unserem Landkreis. Create your future! Wie Recht sie haben.

Im Fokus: Sozial ausgewogen, jung strategisch und medizinisch am Bedarf

In meiner Amtszeit wurde erstmals für unseren Landkreis ein Sozialbericht verabschiedet. Er setzt sich dezidiert mit den gesellschaftlichen Verhältnissen und sozialen Entwicklungen unseres Landkreises auseinander. Ein Grundlagenwerk. Durch den seit 2011 durchgeführten Modellprozess Mitmachen! verfügen wir erstmals über eine detaillierte Sozialraumanalyse unseres Landkreises. Ein gutes Fundament für die demographische Diagnose. Durch die demografischen Prozesse aber auch das Flüchtlingsgeschehen hat sich der gewohnte Rahmen für sozialpolitisches Handeln verändert. Unser im letzten Jahr verabschiedetes Integrationskonzept für Flüchtlinge gibt uns auf der einen Seite Antworten. Der Sozialbericht eröffnet aber auf der anderen Seite auch den Blick auf die gesamte Bandbreite unserer Gesellschaft: Jung und Alt, sozial Schwache und gesundheitlich Bedürftige. Leitfaden für die Zukunft und die Fachabteilungen in meinem Haus. Bereits heute wenden Jugend- und Sozialamt eine sehr breit ausgelegte Harfe von gesetzlichen Unterstützungsangeboten an. Wer Hilfe braucht, soll sie auch erhalten. Insgesamt gibt der Landkreis fast 70 % seines Jahresetats für die die Bereiche Jugend und Soziales aus.

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Das trifft für unseren Landkreis im besonderen Maße zu. Die ausreichende Versorgung und Begleitung der älteren Mitbürger wird eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre sein. Gesellschaft, Politik und 

Verwaltung sind dann gleichermaßen gefordert. In der Altenpflege fehlen heute bereits über 45000 Pflegekräfte bundesweit. Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Fraktion im Kreistag die Einrichtung eines Seniorenbeirats auf Kreisebene gefordert. Dieses Gremium macht Sinn, um die komplexen Themen einer älter werdenden Gesellschaft zu vertreten.

Mein Jugendamt hat sich in den zurück liegenden Jahren ein modernes Image gegeben: Weg vom Verwalter, hin zum Gestalter. Das ist wichtig, um Jugend- und Familienentwicklung aktiv zu begleiten und gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Haltestrategien für Jugendliche und eine Willkommenskultur für Zuzugswillige zu entwickeln. Hierzu halten wir seit letztem Jahr die „Regionalanalyse“ in der Hand.

Eine sozialräumliche Untersuchung, die sich mit den Bedürfnissen und Erwartungen vor allem junger Menschen und junger Familien an unseren Landkreis auseinandersetzt. Eine Handlungsanleitung für die Politik. Aber auch ein charmantes Kompliment junger Menschen an die Politik im Landkreis: Die Befragten attestieren klar den Veränderungswillen der politisch Verantwortlichen. Unsere Jugend soll aber auch fit für das gesellschaftliche Leben gemacht werden. Aus diesem Grund haben wir uns am Bundesprogramm „Demokratie leben“ beteiligt und wenden es auf die Spezifika unseres Landkreises an.

Es sind oft die kleinen Dinge, die jungen Menschen die Orientierung in einem ländlichen Landkreis erleichtern und Vertrauen und Zuversicht für den komplexen Alltag schaffen. Junge Menschen sollen sich bei uns nicht allein gelassen, sondern zu Hause in der Heimat fühlen. „Baby made in BIR“, heißt der Familienwegweiser unseres Landkreises für junge Familien. Ein Leitfaden, der jungen Menschen bei der Familiengründung hilft.

Die Kassenärztliche Vereinigung attestiert unserem Landkreis eine Überversorgung mit Ärzten. Noch! Vor allem bei der allgemeinmedizinischen Versorgung wird sich in den kommenden Jahren vieles ändern. Unsere Wirtschaftsförderung arbeitet zurzeit intensiv zusammen mit der hiesigen Ärztevereinigung und der Kassenärztlichen Vereinigung an einem Konzept zur Attraktivitätssteigerung unseres Landkreises für Ärzte. Mit den beiden Krankenhäusern können wir den Bürgern ein breites Spektrum der fachmedizinischen Versorgung anbieten. Für beide Krankenhäuser sind in den nächsten Jahren umfassende Investitionen für die Modernisierung vorgesehen, um ihre Standorte zukunftsfest abzusichern. In Baumholder soll die geriatrische Fachabteilung um ein medizinisches Versorgungszentrum ergänzt werden.

Öffentlich mobil: 33 mal - und mehr

Unser Landkreis wird durch öffentlichen Personenverkehr auf Straße und Schiene erschlossen. Mit 33 Buslinien ist eine flächendeckende Versorgung gewährleistet, acht von ihnen bedienen das Gebiet der Stadt Idar-Oberstein. Hinzukommen Ruftaxis, Sammeltaxis, Jugendtaxis sowie von den Verbandsgemeinden betriebene Bürgerautos und Bürgerbusse.

Jährlich wendet der Landkreis über 6 Millionen Euro für den Busverkehr auf. Alle Planungen für die Weiterentwicklung des Busverkehrs laufen auf das Jahr 2022 zu: In diesem Jahr sollen alle Buslinien in einem großen Vergabeverfahren ausgelobt werden. Wir erhoffen uns davon eine stärkere Verhandlungsposition im Wettbewerb der Anbieter untereinander. Darin wird auch sicherlich eine deutliche Verbesserung der Angebotsqualität unterzubringen sein. Für das Jahr 2022 verlangt der Gesetzgeber auch die Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr. Ab diesem Jahr müssen Bushaltestellen und Busse barrierefrei sein. Im Jahr 2022 soll das neue Streckennetz für den Landkreis mit einer dichteren Taktung, einer stärkeren Verschneidung mit dem Zugverkehr und einer besseren Anbindung an die Nachbarlandkreise gelten. Hierzu laufen derzeit die Planungen auf Hochtouren.